Erfahrungsbericht PEKiP

Ich fand, dass es an der Zeit war unsere Schnegge in soziale Gruppen zu integrieren. Schon von vielen Seiten habe ich vom PEKiP gehört und informierte mich kurzerhand darüber.

PEKiP ist in aller Munde und begeistert viele Mütter. Zuerst rümpfte ich die Nase: Babys die nackig herumspielen? Der erste Gedanke war mir suspekt und somit legte ich die Möglichkeit vorerst beiseite.

Erst als ich erneut darauf angesprochen wurde, informierte ich mich, was denn überhaupt PEKiP ist:

PEKiP- Prager Eltern Kind Programm

Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im ersten Lebensjahr.
Ziel des PEKiP® ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen, um

  • das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern;
  • die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen;
  • die Eltern in ihrer Situation zu begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern;
  • dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen.

Ab der 4. – 6. Lebenswoche treffen sich junge Eltern mit ihren Babys in kleinen Gruppen. Im Mittelpunkt stehen in der Gruppenarbeit die PEKiP® – Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen für Eltern und Kinder. Generationsübergreifend sind Eltern und Kinder gemeinsam spielend tätig.

Quelle: pekip.de

Hört sich sehr vielversprechend an. Gerade weil wir so einen schweren Start in Bezug auf Bindung hatten, wäre es allein deshalb ein Versuch wert. Der eigentliche Aufhänger aber, weshalb ich mich zur Anmeldung entschied, war der Kontakt zu Gleichaltrigen. Schließlich geht sie schon dieses Jahr in den Kindergarten und muss dort mit unterschiedlichsten Individuen zurecht kommen.
Ich rief also bei der Kursleiterin an, die glücklicherweise noch einen Platz für uns frei hatte. Zwar hatte der PEKiP-Kurs bereits begonnen, aber egal. Eine Problematik lag mir dabei noch schwer im Magen: Müssen die Kinder die ganze Zeit über nackt sein? Dabei ging es mir weniger um das Nacktsein an sich, sondern eher ums Auskühlen, da unsere Schnegge noch nicht so gut ihre Temperatur über längere Zeit halten kann. Kein Problem! Sobald es zu kalt würde, könne man Shirt und Pampi wieder anziehen. Dem ersten Zusammentreffen lag also nichts im Wege.

Unser erster PEKiP-Tag

Und endlich kam der Tag, den ich schon seit dem Telefonat aufgeregt ersehnte. Vollgepackt, mit allen notwendigen Sachen, die man so mit Kind braucht, kamen wir in den Kursraum und … waren die Ersten! Ostdeutsche Pünktlichkeit nenne ich das. Natürlich betonte die Kursleiterin am Telefon, dass man nicht pünktlich kommen müsse, aber es ist mir eben immer eine Tugend früher da zu sein.

Somit hatten wir auch erstmal Zeit uns zu „beschnuppern“. Die Kursleiterin machte einen sehr netten Eindruck. Nach und nach kamen die anderen Muttis mit ihren Kids. Wir wurden super lieb willkommen geheißen und fühlten uns schnell im PEKiP-Kurs integriert. Zumindest hatte mir die Schnegge so das Gefühl gegeben.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde durften die Babys auch schon aus ihren Klamotten geschält werden. An diesem Tag lag in der Mitte eine Luftmatratze, in deren Löcher verschiedene Spielsachen steckten. Die Schnegge erkannte ich fast nicht wieder. Sonst war sie immer sehr zurückhaltend und abschätzend bei fremden Menschen. Sie beobachtete zwar auch viel, traute sich aber dennoch nach dem ein oder anderen Spielzeug zu greifen. Ans Weinen wurde nicht einmal annähernd gedacht. Ich war außerdem überrascht, wie warm es im Raum war. Die Schnegge konnte also die volle Zeit nackig herumspielen. Prima!

Wir verbrachten schöne 1,5 Stunden dort. Einzig am Ende wurde es sehr unruhig und manche Babys weinten, was die Schnegge etwas verwirrte. Im PEKiP-Kurs ist außerdem eine Mahlzeit vorgesehen. Unsere fiel genau auf das Kursende und war demnach eher klein. Auf dem Nachhauseweg überkam sie dann die Müdigkeit.

Verarbeitung der vielen, neuen Eindrücke

Schon im Kurs sagte mir die Kursleiterin, dass die Schnegge eventuell aufgrund der vielen Sinnesreize weinen könnte. Zwar war es während des Kurs‘ nicht der Fall, jedoch fing sie am nächsten Tag immer beim Nachmittagsschlaf an, aus dem Schlaf aufzuschrecken und bitterlich zu weinen. Das ging etwa bis zum nächsten Kurstreffen so und normalisierte sich danach wieder. Vollkommen verständlich, da sie ja viele Sachen gesehen hat, die sie noch nicht kannte.

Dennoch entschied ich mich, uns fest beim PEKiP-Kurs anzumelden.

Die folgenden Treffen

Auch die weiteren Treffen waren super schön. Es machte der Schnegge sichtlich Spaß auch mal außer Haus und mit anderen Kindern zu spielen. Sonst stand ihr die Angst bei der Kontaktaufnahme im Weg, aber sie lernte schnell, dass nichts passiert, wenn sie mal berührt wird oder andere berührt. Im Gegenteil, sie forderte die Kontaktaufnahme sogar regelrecht ein. Das abwechslungsreiche Spielzeug hielt die Neugier aufrecht und weckt die Entdeckerlust.

Auch das man sich mit anderen Müttern austauschen kann finde ich toll. Man hört öfter mal, dass eine genau die gleichen „Probleme“ hat, wie man selbst. So fühlt man sich nicht ganz so alleine mit seinen Gefühlen. Tipps, Ratschläge und Hilfestellungen werden zudem auch von der PEKiP-Kursleiterin gegeben.

Meine Meinung zum PEKiP

Ich finde den Kurs super und bin auch der Meinung, dass er der Schnegge in ihrer Entwicklung unterstützt.
Schon oft beobachtete ich, dass sie sich Sachen von anderen Kindern abschaut. Gerade was das Drehen betrifft. Außerdem verliert sie mehr und mehr die Scheu andere Kinder anzufassen oder angefasst zu werden. Fördernd ist auch die Tatsache, dass außerhalb der eigenen vier Wände gespielt wird. Somit gibt es auch mal ganz anderes Spielzeug, als jenes was sie sowieso jeden Tag sieht. Ein weiterer Aspekt: Durch die vielen Kinder kommt sie auch mit Viren, Keimen, Bakterien in Berührung, was wiederum das Immunsystem stärkt.

Aber nicht nur für’s Kind ist der Kurs vorteilhaft. Auch als Mutti, die manchmal Ratschläge von außerhalb oder einfach nur ein offenes Ohr braucht, kommt man im Kurs nicht zu kurz. Praktisch eine Win-Win-Situation für Mutti und Kind.

Wie ihr lest, kann ich aus aktueller Sicht nur Positives vom Kurs berichten. Ich bin erstaunt, dass ich selbst zu einer PEKiP-Begeisterten geworden bin. Rein das Wohl des Kindes im Auge würde ich jedem empfehlen einen PEKiP-Kurs zu besuchen, wenn auch erstmal nur zum Hineinschnuppern. Aber ich bin mir bei 90% sicher, dass es auch euch gefallen wird!

Das denkt Ihr über diesen Beitrag:

  1. Jenny

    Bin SOOOOO STOLZ auf euch! Unter der Mütterscharr lässt es sich gut leben. Die Kinder spielen „praktisch wie von selbst“ und man kann sich auch mal mit „Gleichgesinnten“ austauschen. Gerade jetzt ist es wichtig für Mutti und Kind viele Kontakte zu knüpfen. Das macht das Leben einfach leichter! Außerdem verändert sich der eigene Blickwinkel. Ratschläge von außerhalb sind halt anderes als die von der eigenen Familie 😉 weißt schon was ich meine.

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  2. Chris

    Ich war leider nur einmal mit dabei, aber ich hatte das Gefühl, dass es unserer Schnegge super gefällt und Sie auch wie ein Schwamm alle neuen Eindrücke, Geräusche und Aktionen aufsaugt. Einfach nur empfehlenswert, gerade auch deshalb, damit die Kinder später keine Berührungsängste habe oder Probleme mit Umstellungen bekommen. Immerhin sind die kleinen ja nicht aus Watte und sollen die Welt entdecken! 🙂

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